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Wirtschaftsstrafrecht

Verteidigung bei Geldwäsche (§ 261 StGB)

Seit der Reform 2021 kann jede Straftat Vortat einer Geldwäsche sein. Der Vorwurf trifft deshalb längst nicht mehr nur organisierte Kriminalität, sondern auch Privatpersonen, die ihr Konto zur Verfügung gestellt haben, und Unternehmen, die verdächtige Zahlungen nicht erkannt haben.

Worum es geht

Geldwäsche begeht, wer einen Gegenstand, der aus einer rechtswidrigen Tat herrührt, verbirgt, umtauscht, überträgt oder sich verschafft. Seit 2021 gibt es keinen Katalog bestimmter Vortaten mehr – jede Straftat kommt in Betracht. Strafbar ist auch, wer die Herkunft nur leichtfertig verkennt.

Zwei sehr unterschiedliche Gruppen von Betroffenen

Privatpersonen geraten häufig als sogenannte Finanzagenten oder Kontoinhaber in Verdacht: Sie leiten Geld weiter, das aus Betrugstaten stammt, oft ohne die Hintergründe zu kennen. Hier geht es meist um die Frage, ob Vorsatz oder Leichtfertigkeit nachweisbar ist.

Unternehmen und ihre Verantwortlichen sehen sich Vorwürfen ausgesetzt, wenn verdächtige Zahlungen angenommen oder Pflichten nach dem Geldwäschegesetz verletzt wurden. Neben dem Strafverfahren drohen hohe Bußgelder und Reputationsschäden.

So verteidige ich

Nach der Akteneinsicht prüfe ich, welche Vortat überhaupt im Raum steht und was Sie tatsächlich wissen konnten. Gerade bei Finanzagenten lässt sich oft zeigen, dass Sie selbst getäuscht wurden. Bei Unternehmen kommt es auf die Organisation der Geldwäscheprävention und ihre Dokumentation an.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Keine Angaben gegenüber Polizei oder Bank, bevor die Akte ausgewertet ist.
  • Kein weiteres Geld weiterleiten.
  • Chatverläufe, E-Mails und Kontoauszüge sichern.

Häufige Fragen

Ich habe nur mein Konto für Überweisungen zur Verfügung gestellt – ist das strafbar?

Das kann als Geldwäsche gewertet werden, wenn Sie wussten oder leichtfertig nicht erkannten, dass das Geld aus einer Straftat stammt. Typisch sind Jobangebote als „Finanzagent“ oder Bitten von Online-Bekanntschaften. Entscheidend ist, was Sie tatsächlich wussten.

Meine Bank hat mein Konto gesperrt. Was bedeutet das?

Banken sind verpflichtet, Verdachtsfälle an die Financial Intelligence Unit (FIU) zu melden. Eine Kontosperrung oder -kündigung ist oft der erste Hinweis auf ein Ermittlungsverfahren.

Welche Pflichten haben Unternehmen?

Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz – etwa Güterhändler, Immobilienmakler oder Finanzdienstleister – müssen Kunden identifizieren, Risiken bewerten und Verdachtsfälle melden. Verstöße können Bußgelder und Strafverfahren nach sich ziehen.

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